Schule als Gemeinschaft

3. Schule als Gemeinschaft – Demokratie lernen und leben

Demokratie und Schule sind wechselseitig aufeinander angewiesen. Die Schule muss selbst ein Vorbild der Gemeinschaft sein, zu der und für die sie erzieht. Sie muss ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass es auf sie ankommt, dass sie gebraucht werden und „zählen“. Sie muss ihnen die Zuversicht mitgeben, dass das gemeinte gute Leben möglich ist, dass es dabei auf jeden Einzelnen ankommt, dass Regeln und Ordnungen hilfreich und notwendig sind. Zu diesem guten Leben gehört, dass die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen als Reichtum angesehen wird, dass Schwächere geschützt werden, dass die gemeinsam festgelegten Regeln und geltenden Werte dem Egoismus der Einzelnen Grenzen setzen. Dazu gehört auch die Erfahrung von gemeinsamen Festen, Feiern und Reisen, von selbst gestalteter freier Zeit und Diensten an der Gemeinschaft, von Orientierung in der Arbeitswelt und der Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft. Die Werte, zu der die Schule erzieht, müssen mehr als „Unterrichtsstoff“ sein; Selbstständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Empathie, Zuwendung und Mitleid müssen im Alltag gelebt werden. Die Zukunft der „Bürgergesellschaft“ hängt auch davon ab, ob und wie die nachwachsende Generation sich ihre kulturelle Überlieferung und ihre Werte aneignet; dazu gehört auch, andere Kulturen zu verstehen und achten zu lernen.

Die Standards zu dieser Vorgabe sind nach folgenden Rubriken differenziert:

  1. Achtungsvoller Umgang/Schulklima

  2. Schule als Lebens- und Erfahrungsraum

  3. Schule als demokratische Gemeinschaft und Ort der Bewährung

  4. Öffnung der Schule/Teilhabe an der Gesellschaft

3.1 Achtungsvoller Umgang/Schulklima

Standards für pädagogisches Handeln

Wie werden die Standards an unserer Schule umgesetzt?

Die Schülerinnen und Schüler erfahren an ihrer Schule, dass Menschen achtungsvoll miteinander umgehen.

Die Erwachsenen in der Schule nehmen ihre Vorbildfunktion den Kindern gegenüber wahr und versuchen, im gegenseitigen Austausch einen achtungsvollen Umgang miteinander zu pflegen. Ebenso respektvoll begegnen sie anderen Erwachsenen und Gästen an unserer Schule.

Den Kindern wird in Gesprächen kindgemäß und auf Augenhöhe begegnet.

Rituale wie z.B. die gemeinsame Begrüßung und Verabschiedung im Sitzkreis sowie die Warme Dusche unterstützen den achtungsvollen Umgang miteinander.

Die Kinder lernen insbesondere durch das Patensystem, um Hilfe und Unterstützung zu bitten und sich gegenseitig zu helfen.

Der gegenseitige Umgang orientiert sich an der „goldenen Regel“ der Empathie und Gegenseitigkeit (Reversibilität).

Alle Beteiligten an der Schulgemeinschaft pflegen einen gleichwürdigen und respektvollen Umgang miteinander. Dies wird folgendermaßen umgesetzt:

  • Lehrerinnen und Lehrer sowie die Kinder sind dazu in der Lage, sich für Fehler zu entschuldigen.

  • Die Kinder hören und besprechen in Klassenratssitzungen die Standpunkte/Gefühle anderer und reagieren darauf, indem sie sich in andere Kinder hineinversetzen, Probleme nachvollziehen, gemeinsam nach Lösungen suchen und dabei die Wünsche anderer respektieren.

  • Den Kindern wird Raum zum gegenseitigen Trösten gegeben.

  • Durch gelebte Inklusion wird die Verschiedenheit aller gewürdigt („Alle sind verschieden. Und jede/r ist besonders.“).
    Auch kleine Lernfortschritte werden (z.B. im Wochenabschlusskreis) gewürdigt.

  • Das Patensystem trägt dazu bei, dass die Kinder üben, sich wechselseitig in andere einzufühlen.

Sie lernen, die Formen des gegenseitigen Umgangs achtsam wahrzunehmen und bewusst zu pflegen.

Rituale (wie der Klassenrat) und gemeinsame Absprachen innerhalb der Klasse (z.B. Aufzeigen, Zuhören, Ruhezeichen, leises gemeinsames Aufstellen und rücksichtsvoll durch das Gebäude gehen) fördern das Bewusstsein für ein gesundes und wertschätzendes Miteinander.

Entwickelte Schulregeln gelten im Vormittagsbereich und in der Betreuungszeit. Konsequenzen, die aus eventueller Nichtbeachtung folgen, sind allen bekannt.

Kooperative Arbeitsformen tragen dazu bei, dass Kinder lernen, miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen.

Kinder mit besonderem Förderbedarf in diesem Bereich erhalten Unterstützung. Die Sonderpädagogin steht dabei den Lehrerinnen und Lehrern und den OGS-Mitarbeiterinnen und
-Mitarbeitern beratend zur Seite.

Sie erfahren und praktizieren Formen der Höflichkeit, die sie im Austausch mit anderen reflektieren und akzeptieren.

In verschiedenen Situationen des Schulalltags (vor- und nachmittags) erhalten die Kinder Raum, Formen der Höflichkeit kennenzulernen, umzusetzen und zu reflektieren (z.B. Klassenrat, Kreisgespräche, kooperative Lernformen, gemeinsames Mittagessen in der OGS).

In den Klassen werden gemeinsame Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale gepflegt. Tägliche Gespräche im Kreis bieten Raum zur Reflexion gelungener oder weniger gelungener Einzelsituationen und zur Entwicklung von Handlungsalternativen.

Kinder sowie Lehrerinnen und Lehrer sensibilisieren für verschiedene Höflichkeitsformen durch ihr eigenes Vorbildverhalten.

Kooperative Arbeitssituationen und ihre Reflexion erhöhen die Akzeptanz der Notwendigkeit von Höflichkeitsregeln.

In der OGS praktizieren die Kinder darüber hinaus Rituale der Höflichkeit, etwa beim gemeinsamen Essen.

Sie erfahren und praktizieren Rituale, deren Sinn und Grenzen sie im Austausch mit anderen reflektieren und akzeptieren.

An unserer Schule praktizierte und regelmäßig reflektierte Rituale sind: Morgenkreis, Wochenabschluss, Wochenziele, Klassenrat-Buch, Klassensprecherinnen und Klassensprecher, Warme Dusche, Streitschlichterinnen und Streitschlichter, Dienste, Begrüßung, Verabschiedung, Abschlusskreis, „Rund ums Klassentier“ und Geburtstagsfeiern.
Wiederkehrende „Highlights“ im Schulleben: Übernachtung in der Schule, Klassenfahrten (Klassenfahrt-Konzept), Projektwoche, Schulfest, einmal im Jahr steht jedes Kind auf der Bühne (Vorführungen bei Nikolausfeier, Weihnachtsfeier, Karnevalsfeier).

Sie erfahren, dass sie in der Schule gehört werden, so wie sie anderen zuhören, dass das, was sie vorzubringen haben, wichtig ist und „zählt“.

Partizipation wird gelebt: Klassenrat(-Buch), kleine Schulversammlung der Klassensprecherinnen und Klassensprecher mit der Schulleitung und große Schulversammlungen in der Aula.

Wenn die Kinder ein Anliegen haben, z.B. in Konfliktsituationen, bei Erster Hilfe und Sorgen aller Art, können sie sich an alle am Schulleben Beteiligten wenden, um Hilfe zu erhalten.

Die Kinder können den Unterricht mitgestalten / Einfluss nehmen, indem sie in der mehrmals wöchentlich stattfindenden Offenen Arbeitszeit und in der Freien Zeit Raum haben, sich eigene Interessenschwerpunkte zu wählen sowie sich Ziele zu setzen und diese zu verfolgen.

Gestaltungsmöglichkeiten im Ganztag: Beteiligung an der Essensauswahl, AG–Wünsche werden berücksichtigt, Themenwünsche für die Ferien können angegeben werden.

Sie achten auf ihre Sprache und lernen, die Wirkung von Sprache gemeinsam zu reflektieren.

Im Rahmen der Fair-und-stark-Tage erlernen die Kinder unter Anwendung der Giraffen- und Wolfssprache (freundliches/unfreundliches Sprechen), ihr eigenes Sprachverhalten und das von anderen zu reflektieren. Dabei wird die Wirkung von Sprache im Alltag in Rollenspielen erprobt.

Sie lernen, durch bewusstes Sprachverhalten der Unachtsamkeit und Verrohung der Sprache entgegenzuwirken.

Die Kinder können im Klassenrat oder in Kleingruppengesprächen (mit und ohne Unterstützung durch Lehrerinnen und Lehrer oder Streitschlichterinnen und Streitschlichter) ausdrücken, wie die Sprache anderer auf sie wirkt und welche Gefühle diese bei ihnen auslöst.

Die Kinder erhalten Rückmeldungen zu eigenen Texten und Aussagen und deren Wirkung.

Sie lernen, Gespräche aufmerksam und diszipliniert zu führen. Sie vereinbaren Gesprächsregeln und achten auf ihre Einhaltung.

Die Kinder nutzen - ebenso wie die Lehrerinnen und Lehrer - die vereinbarten Gesprächsregeln in der Klassengemeinschaft, wie z.B. den Leisefuchs, sich mit zwei Armen zu melden, wenn ihr Beitrag zu dem eines anderen Kindes passt, bzw. mit einem Arm zu melden, wenn sie etwas Neues zum Gespräch beitragen wollen. Im Rahmen von Streitschlichtung lernen die Kinder unter Anleitung von Mitschülerinnen und Mitschüler, Streitigkeiten friedlich zu klären.

Sie lernen, Konflikte als zum Leben gehörig anzunehmen, offen anzusprechen, sie friedlich und vernünftig zu lösen.

Sie lernen schrittweise Formen und Verfahren konstruktiver Konflikt-Bearbeitung.

Alle am Schulleben Beteiligten erleben Konflikte im Schulalltag. Sie lernen Konflikte anzunehmen und diese zunehmend selbstständig und in Ruhe zu lösen. Die Kinder erfahren dabei individuelle Unterstützung/Hilfestellungen durch ihre Lehrerinnen und Lehrer, durch den Klassenrat sowie die Streitschlichterinnen und Streitschlichter. Wir als Schule bieten verschiedene Formen und Verfahren der Konfliktlösung an:

  • Frühe Mediation: „Störungen werden zeitnah besprochen“

  • Die Frühstückszeit findet bewusst nach der Pause statt, um Gelegenheit zu bieten, in der Pause aufgetretene Konflikte direkt aufzuarbeiten.

  • Konfliktpunkte können ins Klassenrat-Buch eingetragen und im Klassenrat besprochen werden

  • Konflikte können mit der Bitte um einen Schlichtungstermin in die aushängende Streitschlichtungs-Liste eingetragen werden.

Sie lernen, mit Sachen achtsam umzugehen und sie als Bestandteil des gemeinsamen Lebens zu respektieren.

Alle am Schulleben Beteiligten legen Wert auf einen achtsamen Umgang mit den im Schulgebäude befindlichen Gegenständen (siehe zweite Schulregel). Die Kinder lernen, bei entstandenem Schaden dafür einzustehen. In Unterricht und Betreuungszeit sind die Materialien und Spielsachen geordnet. Es gibt vereinbarte Dienste zur Pflege und zum Ordnen der Dinge (Blumen, Schulobst, Spielehäuschen-Dienst …) Der Spielehäuschen-Dienst zeigt sich verantwortlich für Ausgabe und Rückgabe der Spielgeräte.

Sie lernen, Grenzen als begründeten Schutz des gemeinsamen Lebens zu respektieren und Grenzüberschreitungen nicht passiv hinzunehmen.

Unsere Schulregeln gelten im Vormittagsbereich und in der Betreuungszeit. Schulregeln und ihre Konsequenzen, die aus eventueller Nichtbeachtung folgen, sind allen transparent (Pädagogische Geschlossenheit aller am Schulleben Beteiligten) und Grenzüberschreitungen werden von allen einheitlich eingefordert. Insbesondere an unseren Fair-und-stark-Tagen lernen die Kinder, eigene Grenzen wahrzunehmen, diese zu verbalisieren und Grenzen konsequent einzufordern.

 

3.2 Schule als Lebens- und Erfahrungsraum

Standards für pädagogisches Handeln

Wie werden die Standards an unserer Schule umgesetzt?

Die Schülerinnen und Schüler erleben die Schule als einen Lebensort, wo sie sich wohl fühlen und unterschiedlichen Bedürfnissen nachgehen können:

 

In der Schule wird ihnen gutes, nahrhaftes Essen geboten.

Seit 2015 nimmt die Nikolaus-Schule am EU-Schulobst-Programm teil. Auf den Elternabenden empfehlen wir ein gesundes Frühstück, welches auch innerhalb der Klasse thematisiert wird. In Kooperation mit den Eltern wird für zusätzliches Trinkwasser in den Klassen gesorgt.

In der OGS wird das tägliche, warme Mittagessen vom Caterer der Trägereinrichtung geliefert. Es richtet sich nach der “Bremer Liste”. Es gibt Fisch, Fleisch und Vegetarisches. Die Gerichte werden mit den Kindern ausgesucht (per Abfrage) und es wird auf abwechslungsreiche, saisonbezogene Ernährung geachtet. Des Weiteren bietet die OGS im Nachmittag noch gesunde “Snacks” an, wie z.B. Obst und Gemüse.

Sie finden in der Schule viele Gelegenheiten für Bewegung, Spiel und Sport.

Als zertifizierte „Tut-mir-gut“-Schule bieten wir den Kindern zahlreiche Gelegenheiten und Räume für Bewegung, Spiel und Sport:

  • Sportunterricht in allen Klassen

  • Schwimmunterricht im 4. Schuljahr

  • Bewegungspausen im Unterricht

  • Spiele- und Bewegungskiste in jeder Klasse

  • Zwei Schulhöfe, z.B. mit Klettergerüsten, Kletterwand und Fußballtoren zusätzlich ein Schulhof mit Spielehäuschen (Ausleihsystem von Spielgeräten, z.B. Roller)

  • Schulwald mit Bach

  • Sportwoche, u.a. mit Sponsorenlauf oder Bundesjugendspielen

  • Fußball-Schulteams sowie eine Vielzahl an weiteren Bewegungsangeboten als AGs in der OGS, z.B. Judo, Tanzen und Ballspiele

Es wurden sowohl neue Jonglier-Geräte angeschafft, welche bei Projekttagen und im alltäglichen Schulbetrieb genutzt werden können, als auch Bewegungsmaterialien für die Kajüte.

Es sind außerdem für Kinder motivierende Geräte aus dem Bereich des Trend-/ Freizeitsports vorhanden, wie z.B. Waveboards, welche im Sportunterricht genutzt werden können.

Sie finden in der Schule geschützte Ruheräume, die Stille ermöglichen.

In der OGS haben die Kinder die Möglichkeit, sich in Ruheecken zurückzuziehen und dort zur Ruhe zu kommen.

Es wurden für jede Klasse „Leise-Wände“ (Absorber-Konzentrations-Elemente) angeschafft. Des Weiteren können die Kinder Arbeitsplätze im Flurbereich nutzen. Diese Arrangements bieten den Kindern die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und konzentriert und in Stille zu arbeiten. In jeder unserer Klassen sind außerdem „Leiseohren“ vorhanden, auch diese werden von den Kindern genutzt, um in Ruhe und konzentriert zu arbeiten.

Sie finden in der Schule viele Gelegenheiten für musisches und handwerkliches Tun.

(Siehe dazu auch Standard 1.1.)

Durch die Kooperation mit der Musikschule Bornheim ist unsere Schule JeKits-Schule. Alle Kinder des ersten Schuljahres nehmen im Umfang von einer Wochenstunde an dem Programm „JeKits“ teil. Sie lernen, gemeinsam zu musizieren, zu tanzen und zu singen, und sammeln Erfahrungen im Umgang mit Instrumenten.

Der Schulalltag bietet den Kindern vielfältige Gelegenheiten für musisches Tun:

  • Auftritte bei Schulveranstaltungen /-festen

  • gemeinsames Singen (s. 1.1)

  • die Flötenpause

  • der Musikraum mit einer Vielzahl an Instrumenten

  • es gibt einen Schulchor

 

Es bieten sich viele Gelegenheiten für handwerkliches Tun, insbesondere auch im Rahmen des Kunst- und Sachunterrichts:

  • es gibt einen Tonofen

  • es sind Werkzeuge sowie Werkbänke vorhanden

  • es werden Anlässe für textiles Gestalten geboten

  • zu unterschiedlichen Anlässen wird mit Kleister gearbeitet (z.B. Laternen für den St. Martinszug oder Trommeln im Rahmen der Afrika-Woche)

  • in unterschiedlichen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Lernangeboten wird die Küche genutzt

Auch im Rahmen der Netzwerkarbeit machen die Kinder der ersten Klassen unterschiedliche handwerkliche Erfahrungen (z.B. durch das Bauen einer Seilbahn).

Sie erleben das Schuljahr als rhythmisierte Zeit mit besonderen Höhepunkten (Festen, Präsentationen, gemeinsamen Aktionen…)

Feste werden gemeinsam vorbereitet und gestaltet.

Die Kinder erleben das Schuljahr als rhythmisierte Zeit mit besonderen Höhepunkten. Es gibt jährlich Feste und Veranstaltungen, welche gemeinsam vorbereitet und gestaltet werden:

  • Nikolausbasar

  • Nikolausfeier, Weihnachtsfeier, Karnevalsfeier

  • Klassenfeste (halbjährlich)

  • Afrika Woche

  • Fair- und Stark-Tage

  • Radfahr-Prüfung

  • Sponsorenlauf und Piratenfest / Bundesjugendspiele (im Zweijahres-Wechsel)

  • St. Martinszug

  • Abschiedsfeier der Viertklässlerinnen und Viertklässler

  • Theaterfahrten / Kinderoper in der Aula (im Zweijahres-Wechsel)

  • Ausflüge, z.B. in den Zoo, in die Waldau, in die Eifel etc.

  • Autorinnen- / Autorenlesungen

  • Netzwerkarbeit (mehrmals im Laufe des Schuljahres) Vorlesen für die Kindergarten-Kinder, Experimentieren (MINT) gemeinsam mit den anderen Jahrgangsstufen (Kindergarten / weiterführende Schule)

  • Verkehrsschule

Im Zweijahres-Rhythmus fahren die Klassen auf Klassenfahrt.

Darüber hinaus findet im Vierjahreswechsel ein großes Schulfest bzw. eine Zirkusprojektwoche statt.

Die Schülerinnen und Schüler erleben den Schultag als rhythmisierte Zeit: Konzentration und Entspannung, Ruhe und Bewegung, „kopflastiges“ und praktisches Lernen, Unterricht und Freizeit bilden eine ausgewogene Balance.

Der Schultag bietet den Kindern eine feste Struktur. Er beginnt mit einem offenen Anfang, der den Kindern einen individuellen Start in den Tag ermöglicht. Das Morgenkreis-Ritual verdeutlicht den Kindern den Tagesplan und bietet die Möglichkeit, Fragen zum Tagesablauf zu klären. Der Tagesplan ist dabei für alle Kinder transparent, denn er wird an der Tafel visualisiert.

Die Frühstückspause und die Hofpausen bieten den Kindern Zeit für Bewegung und Erholung. Dabei liegt die große Hofpause vor der Frühstückspause, um für mehr Balance zu sorgen und Reibungen zu vermindern. Das Schreiben und/oder Berichten vom Wochenende jeden Montagmorgen bietet den Kindern eine feste Struktur und Orientierung.

Die unterschiedlichen Formen der Arbeitszeit - “Arbeitszeit“, “Offene Arbeitszeit“ und “Freie Zeit“ - bieten den Kindern eine ausgewogene Balance zwischen praktischem Lernen und „kopflastigem“ Arbeiten.

Folgende Angebote schaffen Möglichkeiten der Abwechslung zur Ruhe und Bewegung:

  • Bewegungstankstelle / Flitzepausen

  • Bewegungspause /-spiele im Unterrichtsalltag.

  • Es werden Gelegenheiten für unterrichtliche und außerunterrichtliche Angebote im Freien genutzt.

Die Schülerinnen und Schüler gestalten ihre Lernumgebung verantwortlich nach eigenen Vorstellungen.

 

Sie übernehmen Ämter und Dienste im Rahmen des Gruppen- und Schullebens.

Durch verschiedene Kunstprojekte und im Rahmen des Klassenrates sowie im Wochenabschluss haben die Kinder die Möglichkeiten, ihre eigenen Ideen und Anliegen einzubringen und somit ihre Lernumgebung eigenverantwortlich zu gestalten. Zu unterschiedlichen Unterrichtsvorhaben können die Kinder ihre eigenen Vorstellungen miteinbringen, indem sie eigene Bücher oder Gegenstände passend zum Thema mitbringen.

Leise-Ohren und Leise-Wände ermöglichen es den Kindern, ihre Lernumgebung entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Folgende Ämter und Dienste können die Kinder übernehmen und damit das Schulleben aktiv mitgestalten:

  • Klassendienste (Datums-, Obst-, Spielehäuschen-, Garderoben-, Austeildienst etc.)

  • Klassensprecherin und Klassensprecher

  • Fußballrat

  • Paten-System

  • Streitschlichterin und Streitschlichter

Die Schülerinnen und Schüler erleben kulturelle Tätigkeiten in altersgerechter Form als Bestandteil des gemeinsamen Lebens.

Dafür sind besondere Zeiten und Formen der Präsentation vorgesehen.

Verschiedene Veranstaltungen ermöglichen es den Kindern, kulturelle Tätigkeiten in altersgemäßer Form zu erleben:

  • jegliche Feiern (s.o.)

  • „Musik am Morgen“ = Präsentation aller Kinder, die im Rahmen der Musikschule ein Instrument lernen

  • Afrika-Woche

  • Autorinnen-/Autorenlesungen / Oper/ Theater

  • Forschen der Kinder in den Klassen zu kulturellen Themen und Präsentation im Klassenverbund

  • Schulfest (bspw. internationales Buffet)

  • Piratenfest / Bundesjugendspiele und Sponsorenlauf

  • verschiedene Veranstaltungen in Bezug auf aktuelle Themen (bspw. Nikolaus-Schul-WM)

Die Schülerinnen und Schüler erfahren bei unterschiedlichen Anlässen, wie ihre Gruppe sich den Eltern präsentiert und diese in ihr Leben einbezieht.

Zusätzlich zu den in den vorherigen Standards genannten Anlässen:

  • Im Rahmen der Tut-mir-gut-Zertifizierung -> Präsentationen zum Thema Ernährung und gesunde Lebensweise, die in der Schule gelebt wird und in das außerschulische Leben miteinbezogen wird

  • Projektwoche

 

3.3 Schule als demokratische Gemeinschaft und Ort der Bewährung

Standards für pädagogisches Handeln

Wie werden die Standards an unserer Schule umgesetzt?

Die Schülerinnen und Schüler erleben täglich, dass und wie sie gemeinsame Angelegenheiten miteinander regeln können.

Sie lernen, sich für solche Gespräche gemeinsame Regeln zu geben.

Sie lernen schrittweise geeignete Verfahren der Strukturierung solcher Gespräche.

Die Schulregeln sind für alle am Schulleben der Nikolaus-Schule Beteiligten transparent und dienen als Orientierung für das gemeinsame Miteinander. Darüber hinaus gibt es in jeder Klasse Klassenregeln, die gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und gelebt werden. Durch die Durchsetzung der Schul- und Klassenregeln erfahren die Schülerinnen und Schüler deren Bedeutsamkeit.

Durch den Klassenrat, den Fußballrat, die Streitschlichterausbildung sowie die kleine und große Schulversammlung lernen die Kinder geeignete Verfahren kennen, um solche Gespräche zu strukturieren.

Im Rahmen der FAIR&STARK-Woche lernen die Kinder, dass Streit zum Alltag dazugehört, wie sie ihre Gefühle äußern können, die Wirkung von selbstbewusstem Auftreten und wie sie ihre Anliegen auch in Streitsituationen angemessen artikulieren können (Giraffen- und Wolfssprache).

Die Schülerinnen und Schüler erleben täglich, dass und warum sie Verantwortung für sich und andere übernehmen müssen – nicht nur für das eigene Lernen, sondern auch für das gemeinsame Leben.

Die Gruppe berät und beschließt gemeinsam über die zu leistenden Arbeiten und Dienste.

Die Schülerinnen und Schüler wachsen schrittweise in die Verantwortung Erwachsener hinein.

Sie erleben, dass die Gemeinschaft ihren Einsatz braucht und verlangt.

Sie lernen, ihre Standpunkte und Interessen zu entwickeln, sich bewusst zu machen und mit anderen abzugleichen, gemeinsame Ziele und Vorschläge zu artikulieren und selbstbewusst und angemessen zu vertreten.

Das jahrgangsübergreifende Lernen veranlasst zur Übernahme von Verantwortung. Alle Kinder wachsen nach und nach in die Rolle der Helferin oder des Helfers. Diese wird durch das Paten-System zu Beginn des Schuljahres zusätzlich verstärkt. Die Schülerinnen und Schüler der Nikolaus-Schule lernen von Beginn an, Verantwortung für ihre eigenen Lernprozesse zu übernehmen. Sie führen bspw. eigenverantwortlich Test durch, wenn sie an einen Flex und Flo Stopp kommen, und müssen ihre Arbeitsergebnisse (Deutsch, Mathematik) selbstständig vor Beginn des Unterrichts in ihren Hängemappenordner abgeben.

In Gruppenarbeiten, bei der Erstellung von Lernplakaten und Erklärfilmen sowie in gemeinsamen Reflexionsrunden nach Beendigung der Arbeitsphase, erfahren die Kinder, wie sie in der Gruppe gemeinsam über die zu leistende Arbeit und Dienste beraten und beschließen können.

Durch die Übernahme verschiedener Aufgaben, wie z.B. das Amt der Morgenkreisleitung, das Amt der Klassensprecherin/des Klassensprechers oder die Ausbildung zur Streitschlichterin/dem Streitschlichter lernen die Kinder schrittweise, Verantwortung zu übernehmen. Dabei und bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen (wie z.B. Nikolausbasar) merken sie, dass die Gemeinschaft ihren Einsatz braucht und verlangt.

Indem die Schülerinnen und Schüler bei wichtigen Entscheidungen, wie beispielsweise bei der Gestaltung des Schulhofes oder der Verwendung der Gelder des Sponsorenlaufes, beteiligt werden, lernen sie, ihre Meinung und ihre Interessen zu entwickeln und sie mit anderen abzugleichen und zu vertreten.

Die Schülerinnen und Schüler erleben, dass es in ihr eindeutige Wertmaßstäbe gibt, deren Geltung von ihnen eingefordert wird und werden kann.

Die Schulregeln, das Giräffchen des Monats und das Schullogo „Alle in einem Boot“ verdeutlichen den Schülerinnen und Schülern eindeutige Wertmaßstäbe, deren Geltung von ihnen eingefordert wird. Durch das jahrgangsübergreifende Lernen lernen die Kinder, einander auf ihrem jeweiligen Niveau wertzuschätzen und mit Toleranz zu begegnen. Akzeptanz und Wertschätzung sind wichtige Prinzipien an der Nikolaus-Schule. Auch wenn jemand entgegen der vereinbarten Regeln gehandelt hat, bekommt er die Chance, sich zu erklären, die eigene Sicht der Dinge zu schildern und das Handeln wiedergutzumachen. So werden auch hier Fehler als „Fenster des Lernens“ genutzt.

Unterschiedliche Wertmaßstäbe und Verhaltensweisen werden bewusst gemacht, Toleranzgrenzen werden ausgehandelt.

Unterschiedliche Wertmaßstäbe wie z.B. „sich vegetarisch ernähren aufgrund von Tierliebe / sich nicht vegetarisch ernähren“ oder unterschiedliche Wertmaßstäbe auf Grund unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten werden im Unterricht thematisiert.

Bei der „Warmen Dusche“ werden Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit positiv verstärkt.

Im jahrgangsübergreifenden Unterricht werden Kinder dafür gelobt, wenn sie ihr Bestes geben, auch wenn sie sich in ihrer Leistungsfähigkeit unterscheiden. So entsteht ein differenziertes Bild von Wertschätzung und Respekt vor der Unterschiedlichkeit der/des anderen.

Vorstellungen über das eigene und andere Geschlecht und deren Verhaltensweisen werden thematisiert und reflektiert.

Dadurch dass grundsätzlich das Verhalten unabhängig vom Geschlecht durch die Lehrerinnen und Lehrer akzeptiert wird, werden geschlechtsspezifische Stereotypen der Gesellschaft zum Thema und werden bei Bedarf gemeinsam reflektiert.

 

3.4 Öffnung der Schule/Teilhabe an der Gesellschaft

Standards für pädagogisches Handeln

Wie werden die Standards an unserer Schule umgesetzt?

Die Schülerinnen und Schüler erfahren im Schulalltag, dass das schulische Umfeld in ihr Leben und Lernen einbezogen wird.

Durch folgende Kooperationen und Veranstaltungen erfahren die Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulalltag, dass das schulische Umfeld in ihr Leben und Lernen einbezogen wird:

  • Verschiedene Sportangebote (z.B. die Judo-AG oder die Fußball-AG der Jungen) werden in Kooperation mit Sportvereinen durchgeführt.

  • Die Musikschule bietet Instrumentalunterricht in den Räumen der Nikolaus-Schule an.

  • Es finden regelmäßige Besuche des Schul-Gottesdienstes in den örtlichen Kirchen statt.

  • Die Bonner Oper oder die Kölner Opernkiste präsentiert ein Stück, welches im Rahmen des Unterrichts vor und nachbereitet wird.

  • Es finden Autorinnen- und Autorenlesungen für die Schülerinnen und Schüler statt.

Sie erkunden die umgebende Natur und lernen, sich in und zu ihr verantwortlich zu verhalten.

Durch Ausflüge in unseren Schulwald, beim Erforschen des Bachs sowie bei der Säuberungs-Aktion „Bornheim putzt sich raus“ lernen die Kinder die umgebende Natur kennen, und sich ihr gegenüber verantwortlich zu verhalten.

Sie erfahren den Schutz der Umwelt als tägliche Aufgabe und lernen, welche Einrichtungen sie dabei konsultieren können.

Durch die Thematisierung des Themas Müll und Recycling im Sachunterricht sowie die Mülltrennung im Schulalltag, erfahren die Kinder den Schutz der Umwelt als tägliche Aufgabe. (Vgl. Standard zuvor „Bornheim putzt sich raus“.)

Sie lernen, sich im Straßenverkehr verantwortlich und regelgerecht zu verhalten.

Bei folgenden Anlässen und Trainings lernen die Kinder, sich verantwortlich und regelgerecht im Straßenverkehr zu verhalten:

  • Verkehrssicherheitstraining und Busschule im 1. Schuljahr in Zusammenarbeit mit der Polizei und der RVK

  • Radfahrtraining ab dem 1. Schuljahr sowie Radfahrprüfung am Ende des 4. Schuljahrs im Straßenverkehr

  • Wege zu Kirche, Schwimmbad, Sportplatz etc.

Sie erkunden ihren Stadtteil/ihre Stadt und lernen schrittweise, sich dort selbstbewusst und verantwortlich zu verhalten.

Durch Ausflüge in regionale Einrichtungen, wie z.B. die Stadt-Bücherei, das Stadthaus, die Feuerwehr, umliegende Bauernhöfe und Museen (z.B. Max-Ernst-Museum), die Waldau, den Kölner Zoo oder das Freilichtmuseum, erkunden die Schülerinnen und Schüler ihre Stadt. Auch beim Martinsumzug, dem Radfahrtraining oder beim Besuch des örtlichen Schwimmbads im Rahmen des Schwimmunterrichts, lernen die Schülerinnen und Schüler ihren Stadtteil kennen.

Sie lernen Kirchen, Moscheen, Synagogen und andere religiöse Einrichtungen der Kommune kennen – ungeachtet ihrer religiösen Zugehörigkeit.

Die Schülerinnen und Schüler besuchen im Rahmen des Religionsunterrichts regelmäßig den ökumenischen Gottesdienst der örtlichen Kirchen. Zu besonderen Anlässen geht die gesamte Schule in den Gottesdienst (z.B. Abschlussfeier der Viertklässlerinnen und Viertklässler).

Die Schülerinnen und Schüler lernen schrittweise unterschiedliche Berufsfelder und Tätigkeiten kennen, die in ihrer Kommune repräsentiert sind.

Insbesondere im Rahmen des Sachunterrichts lernen die Kinder unterschiedliche Berufsfelder kennen, z.B.: Bauernhof, Imkerei, Physiotherapeut-Praxis, Bank, Hundeschule.

Sie besuchen regelmäßig die kulturellen Einrichtungen der Kommune. (Theater, Museum ...)

Es finden regelmäßig Ausflüge zu den kulturellen Einrichtungen in der Umgebung statt, wie z.B. Junges-Theater Beuel oder Max-Ernst Museum, Kunstmuseum.

Sie lernen die unterschiedlichen kommunalen Verantwortlichkeiten und die entsprechenden Institutionen kennen. (Polizei, Beratungsstätten, Gericht ...)

Die Streitschlichterinnen und Streitschlichter besuchen das Kölner Landgericht.

Sie lernen Politik „hautnah“ kennen durch den Besuch von Parteien und deren Repräsentanten bzw. von politischen Institutionen.

Der Bürgermeister kommt regelmäßig zu Besuch in die Nikolaus-Schule.

Die Schülerinnen und Schüler lernen Besonderheiten ihrer Region aus eigener Anschauung kennen.

Durch die Durchführung einer jährlichen Karnevals-Veranstaltung oder den Besuch der Apfelbauern-Höfe (Bio-Höfe) der Umgebung lernen die Kinder die Besonderheiten der Region kennen.

Sie erleben Reisen als festen Bestandteil des Schuljahres und erfahren, wie sich ihr Horizont schrittweise erweitert.

Alle zwei Jahre fahren die Klassen auf Klassenfahrt und machen mehrmals im Laufe des Schuljahres Ausflüge. Dadurch erleben die Schülerinnen und Schüler Reisen als festen Bestandteil ihres Schuljahres.

Sie erleben bei verschiedenen Anlässen, was und wie die „große“ Welt mit ihrem Leben zu tun hat und was es bedeutet, in einer Welt zu leben. Sie pflegen eine Partnerschaft mit einer Schule in einem außereuropäischen Land. Sie leisten aktiven Einsatz im Rahmen von Aktionen der Schule.

Durch die Afrika-Tage und den Nikolausbasar, pflegen die Schülerinnen und Schüler eine Partnerschaft mit einer Schule in Uganda.

Sie erweitern schrittweise ihren kulturellen Horizont, sie wachsen in den europäischen Kulturraum und in das Zusammenleben der Kulturen hinein:

weiterführende Schule

Sie lernen (in der Regel) zwei Fremdsprachen, sie haben Kontakte mit Partnerschülern, sie lernen auf Reisen andere Lebensgewohnheiten kennen, sich fremden Kulturen zu öffnen und sich zunehmend selbstständig in ihnen zu bewegen.

weiterführende Schule